Applaus für die Rails Girls Berlin und Speakerinnen.org!

Screenshot 2014-03-06 12.12.35Die Rails Girls Berlin haben eine Datenbank angelegt, in der sich kompetente Frauen vorstellen, die auf Konferenzen als Speakerinnen eingeladen werden können: Speakerinnen.org. Damit wird die Idee, aktiv dazu beizutragen, ein ausgeglicheneres Geschlechterverhältnis auf Panels und bei Diskussionen zu haben, auf eine neue Stufe gehoben.

Seit 2011 gibt es auf Netzfeminismus.org eine Liste mit heute über 100 Speakerinnen. Die Idee kam ursprünglich von Julia Schramm, die ein Piratenpad anlegte, in dem ganz viele tolle kompetente Frauen gesammelt wurden. Der Gedanke: Wer für seine Konferenzen wieder mal nur Männer auf die Bühne setzt, soll dafür keine Ausrede mehr haben! Gerade im Bereich Netzpolitik sah man seinerzeit immer die gleichen Nasen sitzen – männlich natürlich. Und das Blog “50 Prozent” von Anne Roth dokumentiert, dass die Veränderungen sehr lange brauchen.

Die Liste wurde von mir auf netzfeminismus.org eingepflegt und es meldeten sich schnell und seitdem nun über zwei Jahre hinweg, stets Frauen und Organisator_innen von Konferenzen, die sich vorstellten und suchten. Es wuchs auf über 100 Frauen an. Das Ding war ein Erfolg, das Interesse von Anfang an groß, nur eines war es nicht so ganz: Praktisch und Nutzer_innen-freundlich.

Die Rails Girls, die das Projekt von Anfang an interessant fanden, haben es nun richtig krachen lassen! Und herausgekommen ist die schöne neue tolle Seite, in der man suchen und finden kann. Sie ist schick, sie ist funktional – wobei an manchen Ecken und Enden noch geschleift wird – und sie ist eure Adresse als kompetente Frau, als Organisator_in, als Multiplikator_in!

Die Rails Girls Berlin machen damit den Frauentag zum Tag, an dem Frauen ab jetzt bitte noch mehr Gehör bekommen! Danke ihr Tollen!

Das ist jetzt auch der Zeitpunkt, wo wir uns von der Speakerinnen-Liste auf netzfeminsmus.org verabschieden. Bitte tragt euch bei Interesse ab nun auf Speakerinnen.org ein. Da es immer wieder ein paar Leute gibt, die nicht alles mitbekommen und vielleicht doch wieder hier schauen, wird die Seite dennoch nicht gelöscht.

2014 ist das Jahr der Bloggerin

Das Webmagazin Die Featurette ernennt 2014 zum Jahr der Bloggerin. Vom 6. Januar bis zum 31. Dezember werden auf www.featurette.de tolle deutschsprachige Netzautorinnen vorgestellt. Bisher schreiben in der Featurette gut 40 Autorinnen, im Laufe von 2014 sollen es über 50 werden. Im Jahr der Bloggerin bekommen unsere Bloggerinnen eine weitere Bühne: Jede Woche wird eine von ihnen, ihre Texte und ihr Blog kurz vorgestellt.

Die Autorinnen der Featurette schreiben über Politik, Wirtschaft, Alltag, Stilfragen, Umweltthemen, Alltagsbeobachtungen oder übers Selbermachen. Zusammen entsteht aus ihren Texten jeden Tag ein neues Webmagazin. Dieses Magazin soll Frauen im Netz sichtbarer machen, es will gute Webinhalte stärker herausstreichen, damit jede und jeder mehr als nur die Alphablogs des Internets kennen lernen kann – vor allem auch tolle Seiten von Bloggerinnen zu einer großen Themenbreite. Das Webmagazin Featurette will Überraschendes bieten, Denkanstöße geben, vorsortieren, gewichten. Jede Woche stellen wir eine Bloggerin und ihr Blog ausführlicher vor. Den Anfang macht Ninia LaGrande, eine Bloggerin aus der Großstadt, die über Großstadtgeschichten, Feminismus, Kunst, Musik und vieles mehr bloggt – hier stellt sich Ninia selbst vor:

Klar ist: Im Netz wird unendlich viel geredet und geschrieben, so dass viele gute Texte schnell mal untergehen. Wer viele Leserinnen oder Follower hat, gewinnt auch stetig neue hinzu, doch wer in einer “Nische” schreibt, bleibt oft unentdeckt. Die Idee der Featurette ist es, immer wieder neue Perlen zu finden.

Die Featurette wird von Frau Lila herausgegeben, das sind Katrin Rönicke, Susanne Klingner und Barbara Streidl (Co-Autorinnen des feministischen Manifests “Wir Alphamädchen” und Mitgründerinnen des Weblogs maedchenmannschaft.net). Frau Lila ist eine feministische Initiative, unter deren Dach die drei Autorinnen feministisch publizieren, Aktionen initiieren, Bündnisse schmieden, Veranstaltungen planen. Sie wollen Frauen ermutigen, sich zu Wort zu melden, politisch zu handeln, sich zu vernetzen, für ihre Rechte und Stimmen zu kämpfen. Sie halten Emanzipation auch heute noch für aktuell und für notwendig.

Die Bloggerin der Woche findet ihr im Featurette Blog. Und nun: Entdecken, lesen, diskutieren – und bei Fragen stehen die drei Frau Lilas gern Rede und Antwort.

99 Frauen for the Win!

Eine Art Update über die Geschehnisse auf netzfeminismus.org

Sagen wir es mal so: Diese Website lag in den vergangenen Monaten in einer Art Dornröschenschlaf. Aktualisiert wurde nichts. Und der letzte Versuch eines netzfeministischen Biers für Berlin fiel buchstäblich ins Wasser. Einerseits liegt es daran, dass ich als “Verwalterin” der Sache viele andere Dinge um die Ohren hatte. Andererseits, let’s name it, liegt es an der Spaltung der feministischen Szene im Netz, die nicht nur auch ihre Spuren hier hinterlassen hat, sondern mich im besonderen auch betraf.

Aber: Katrin Rönicke verwaltet hier nur, ausnahmsweise geht es mal nicht um ihre politische Einstellung. Das hier ist viel mehr als eine weitere Seite von Katrin Rönicke.

Und das zeigt sich an den vielen Mails, die in der Zwischenzeit bei mir eintrudelten, und die ich nicht beachtete. Leute wollen auf die Speakerinnenliste.
Auf twitter berichten Menschen wie @habichthorn, dass sie über diese Liste angefragt werden.
Andere twittern in regelmäßigen Abständen, dass es, seit diese Liste im Netz ist, keine Ausreden mehr gibt für frauenlose Panels.
Sie wird auf Facebook herumgereicht, auf zahlreichen Seiten verlinkt.

Sie wird gebraucht. Und sie wird benutzt.

Zwar gab es um den letzten Jahreswechsel herum einen Versuch, alles viel besser, professioneller und breiter aufzustellen und von netzfeminismus.org zu lösen, aber daraus wurde nichts. Und ich weiß auch, dass an einer besseren Lösung gearbeitet wird, ganz tolle Frauen programmieren fleißig und ich kann mir gut vorstellen, dass noch in diesem Jahr eine neue, praktischere, bessere Lösung zur Hand sein wird. Aber ich werde nicht mehr darauf warten, sondern bis dahin diese hiesige Liste weiterführen. Es kann ja auch mehrere geben. Natürlich ist die Women Speaker Foundation auch eine super Adresse – aber manche finden dort nicht, was sie suchen.

Deswegen geht es jetzt weiter.

Das bedeutet: Alle, die ich in den letzten Monaten wegignoriert habe, oder die von mir gesagt bekommen haben, dass es derzeit keine Aktualisierung gibt, tragt euch bitte noch einmal in das Kontaktformular ein. Danke. Und die ihr dies lest: Sagt euren Freundinnen, die kluge Dinge wissen und weitergeben wollen bescheid: Es geht weiter. Ich habe soeben die letzten Mails aus meinem Postfach gefischt und die Liste aktualisiert. Sagenhafte 99 Frauen sind jetzt mitsamt ihrer Kompetenzen, Sprachen, Kontaktdaten und Webseiten vertreten!

Und wenn ihr euch fragt, warum all das nötig sein soll, dann schaut mal in die rechte Sidebar: Ab jetzt läuft dort der letzte Beitrag des Sammelblogs für frauenlose Podien, den Anne Roth gestartet hat, ein. Als kleiner Mahnhinweis.

wetterbedingt abgesagt! #nfbb am 27.05.2013

Die Wetterlage ist leider zu mies für einen gemütlichen Treff im Biergarten. Bei vorhergesagten 16 Grad Höchsttemperatur ist es morgen im Frank und Frei sicherlich trotz Bus ein bisschen zu ungemütlich.

wir dachten darüber nach, es in die C-Base zu verlegen. Aber dort ist es momentan für Frauen und Feministinnen leider auch nicht sehr gemütlich. Deswegen erst einmal: Abgesagt bis unbestimmt.

Foto: CC BY-NC-SA 2.0, von mysteriship via flickr

 

 

Liebe Leute,

es ist wieder einmal so weit – die Biergartenzeit gehört genutzt: Kommt alle zum #nfbb! Es wird wieder im Biergarten Frank&Frei in Berlin Mitte stattfinden (ihr wisst schon – da wo es letztes bei strömendem Regen so lauschig im Bus war…). Beginn ist wie immer 20:00 Uhr.

Denkt bitte daran, euch in den Kommentaren da unten anzumelden.

Wie immer gilt die Regel: Männer sollten von einer Frau mitgebracht werden.

Bis dahin!

Heterosexismus hacken!

Spannungsfelder und Potenziale zum Aufbruch von Geschlechterverhältnissen in der Hacker*szene

Dies ist ein Gastbeitrag von Laura*. Es handelt sich hierbei um eine wissenschaftliche Arbeit, die wir mit freundlicher Genehmigung der Autorin veröffentlichen. Eine gute Vorlage für Diskussionen am Jahresende in Hamburg. Laura betreibt das Blog Heterosexismus hacken

‚Hacker‘ – betrügerische Online-Abzocker, virenschreibende Jugendliche oder selbsternannte Rebellen gegen Konzerne und Zensur? Mit der Bezeichnung ‚Hacker‘ sind unterschiedliche Vorstellungen verbunden; gemein ist den meisten das Bild der im Verborgenen agierenden Computerfreaks, die sich (bestenfalls) in rechtlichen Grauzonen bewegen … Umso erstaunter reagieren die meisten, wenn sie von ‚Hacker*konferenzen‘ hören – Veranstaltungen, bei denen es ums Hacken geht, ganz offiziell und öffentlich beworben. Die Hacker*szene, um die es hier gehen soll, bestimmt sich nämlich über den Spaß mit technischem Experimentieren und/oder der kritischen Auseinandersetzung mit technischen Entwicklungen; Teile von ihr sind gar in einem ordnungsgemäßen Verein zusammengeschlossen. Also eine Interessengemeinschaft, wie Kleintierzüchter* oder Sportvereine auch? Nicht ganz; in mancher Hinsicht ist die Hacker*szene auch in ihrer ‚legalen‘ Ausprägung ein ungewöhnlicher und faszinierender Schauplatz und bildet einen Kristallisationspunkt brisanter gesellschaftlicher Verhältnisse: ‚Hacker‘… Und wo sind die Hackerinnen*?! Keine leicht zu beantwortende Frage, denn anscheinend sind sie auf den erwähnten Konferenzen schwer zu finden. Einerseits inszeniert sich die Szene als normabweichende Außenseiter (nerds) mit eigenen Regeln und schreibt sich selbst geschlechtsneutrale Behandlung zu – andererseits stellen die Hackerinnen* eine marginale Gruppe dar und berichten zudem immer wieder von Sexismuserfahrungen.
Wie kommt dieses Spannungsfeld zwischen geschlechtsneutralem Anspruch und Ausbleiben von Hackerinnen* bzw. offenem Sexismus zustande? Wie hängt der spezifische Kontext der Hacker*szene mit gesellschaftlichen Geschlechterverhältnissen zusammen und wie können die Spezifika der Hacker*szene für eine Dekonstruktion dieser Ungleichheitsstruktur genutzt werden? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, wird in Kapitel 1 zunächst die Hacker*szene unter die Lupe genommen: Worüber definiert sie sich, welcher Personenkreis soll betrachtet werden und über welche Merkmale zeichnet sich dieser aus – insbesondere hinsichtlich Wertehaltung und Geschlechterfragen? Um herauszuarbeiten, wie die Marginalisierung von Hackerinnen* mit Vorstellungen von ‚Männlichkeit‘ und ‚Weiblichkeit‘ zusammenhängen, folgt in Kapitel 2 eine kurze Auseinandersetzung mit Geschlechterkonstruktionen:

Was ‚ist‘ Geschlecht und wie hängt es mit gesellschaftlichen Strukturen zusammen? Was bedeutet in dieser Hinsicht (Hetero-) Sexismus sowie Androzentrismus und wo liegt deren besondere Brisanz im Umfeld der Hacker*szene? Nachdem die relevanten Zusammenhänge hergestellt sind, schließen sich in Kapitel 3 dann Überlegungen zu sexismuskritischen Perspektiven an: Inwiefern bietet das bestehende Spannungsfeld und die erfassten Spezifika der Hacker*szene Potenziale, Konstruktionen von ‚Weiblichkeit‘ und ‚Männlichkeit‘ zu dekonstruieren und dementsprechend Geschlechterverhältnisse aufzubrechen? Kurz: Wie kann Heterosexismus gehackt werden? Der inhaltlichen Auseinandersetzung seien jedoch noch ein paar Anmerkungen vorangestellt, welche die Entstehung der vorliegenden Arbeit bzw. Erläuterungen zum hier verwendeten Sprachgebrauch betreffen. Der ‚Kontakt‘ zur (Thematik) Hacker*szene kam zustande durch Freunde, die sich in diesem Umfeld bewegen und meine Faszination an der Szene weckten – die ‚Sexismus-Problematik‘ klang in deren Erzählungen an und fand Bestätigung in ersten Online-Recherchen. Die Internet- und Literaturrecherchen zum Thema wurden daher im Laufe der Monate sowohl durch persönliche Gespräche mit ‚Kennern‘ der Szene als auch durch Besuche mehrerer ‚Hacker*konferenzen‘ ergänzt (SIGINT: Mai/Köln; GPN: Juni/Karlsruhe; mrmcd: September/ Darmstadt; alle 2012) – dies diente zwar nicht der strukturierten Feldforschung, war jedoch
nützlich, um meine Eindrücke und Vermutungen online und ‚in real life‘ abzugleichen und das ‚Gesamtbild‘ zu vervollständigen; dennoch muss ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die Hacker*szene – wie in Kapitel 1 noch ausführlicher beschrieben wird – ein umfangreiches, nicht klar abzugrenzendes und heterogenes Feld bzw. Netzwerk bildet, in welchem sicherlich unterschiedliche Erfahrungen und Standpunkte vertreten sind. Ich beanspruche daher in Bezug auf die Hacker*szene im Allgemeinen und ihrer Problematik mit Sexismus im Speziellen keine Allgemeingültigkeit. Die im Folgenden dargelegten Sichtweisen sind begründet und stellen einen möglichen Blickwinkel der Dinge dar – gegenläufige Erfahrungen und Perspektiven schließt dies jedoch nicht aus. Diese Arbeit geht von der Annahme aus, dass die Einteilung in ‚Männer‘ und ‚Frauen‘ ein soziales Konstrukt darstellt; in der Auseinandersetzung mit Geschlechterverhältnissen stellen diese Kategorien jedoch einen grundlegenden Bezugspunkt dar. Um dem gerecht zu werden, verwende ich im Folgenden die Schreibweise ‚Frauen‘/‚Männer‘ (mit Anführungszeichen)
als Fremdzuschreibung, wenn Bezug genommen wird auf verallgemeinernde Aussagen (‚Männer‘ gelten als…) oder das ‚statistische Geschlecht‘1 (‚Es waren wenige ‚Frauen‘ anwesend.) (selbiges gilt für ‚Männlichkeit‘/‚Weiblichkeit‘, bzw. ‚weiblich‘/‚männlich‘); die Schreibweise Frauen*/Männer* (mit ‚Sternchen‘ als gender gap) bezieht sich auf Selbstzuschreibungen, wenn es um Menschen geht, die sich dieser Gruppe zugehörig fühlen (Ein Zusammenschluss von Frauen*) – dies soll dem Aspekt Rechnung tragen, dass sich aus Gruppenkonstrukten auch Zugehörigkeitsgefühle und spezifische Erfahrungen ergeben (können).
Selbstbezeichnungen von Gruppen werden im Wortlaut übernommen, jedoch um einen gender gap als kritischen Hinweis erweitert (die Hacker*szene). Ansonsten werden geschlechtsneutrale Ausdrücke (Zugehörige) oder gender gaps (Hacker*innen) verwendet, welche jeweils alle Geschlechter bzw. alle Menschen, unabhängig von Geschlechtskategorien meinen.

Wer oder was gehört zur ‚Hacker*szene‘?

Wer sich diese Frage stellt, denkt vielleicht zunächst an im Verborgenen agierende Kriminelle, die fremde Computersysteme angreifen und Viren verbreiten, wie sie aus medialer Berichterstattung bekannt sind (vgl. auch Nagenborg 2006, S. 119f). Die ‚Hacker*szene‘, um die es hier gehen soll, hat mit diesem Bild jedoch wenig gemein.
Was zeichnet also diese (selbsternannten) ‚Hacker*‘ aus?

Die gesamte Arbeit kann als PDF heruntergeladen werden: HeteroSexismus hacken Dort findet ihr auch einen Kontakt zu Laura.

Jetzt (und nur) im Rheinland: Das netzfeministische Kölsch mit Pommes!

Liebe Frauen*, Feministinnen, Netzaktivistinnen, Tech-Verliebte,
Social-Media-Women (usw.)!

Foto CC: via Flickr.com von baranco1

Es steht keine Organisation, kein großartig-durchdachtes und
durchgeplantes Konzept dahinter, vielmehr sind es engagierte Frauen*,
die sich den Themem Feminismus und/oder Netzaktivismus verschrieben
haben und gerne den Austausch mit anderen suchen würden. Unser Interesse
liegt einzig darin, dass sich mehr Frauen* dieser Thematik widmen und je
mehr netzfeministische Aktivitäten in Zukunft geschehen, desto besser.

Diese Einladung wendet sich an alle Frauen*, weshalb sie auch gerne weitergeleitet werden darf und soll. Wir würden gerne nur Frauen einladen, weil die Community schon jetzt sehr männlich besetzt ist und dies den Zweck hat einmal Frauen* zu Wort kommen zu lassen. Über das weitere Vorgehen soll natürlich diskutiert werden; aber erstmal würden wir darum bitten, dass der jetzige Aufruf nur für Frauen* gedacht ist. Für alle Twitterinnen unter euch: Der Hashtag lautet #nfkp bzw. #fempom

Wir treffen uns jeden 1. Montag im Monat in der Alten Feuerwache
in Köln
Wir hoffen, ihr findet Zeit und habt Interesse – uns würde es freuen,
weitere Netzfeministinnen kennen zu lernen! Falls es noch Fragen gibt, scheut euch nicht, diese an info_koeln (ät) netzfeminismus.org zu stellen

Auf bald und feministische Grüße

Netzfeministisches Bier Berlin, #nfbb, am 01.10. im Liberda

Bild: CC BY-NC-SA 2.0 – von megmccarron auf Flickr

Es gibt ein ziemlich spontan zustande gekommenes netzfeministisches
Bier(-trinken) Berlin und es wäre schön, wenn viele von Euch kommen!
Antje Schrupp ist an dem Abend in Berlin:
1. Oktober
ab 20 Uhr
Liberda, im Nebenraum
Pflügerstraße 67, 12047 Berlin-Neukölln

Diesmal soll’s männerfrei sein.

Weil wir wieder vorher reservieren, wäre gut zu wissen, wieviele wir in
etwa sein werden – meldet Euch doch bitte, zb über die Liste hier oder
über das FB-Event:

http://www.facebook.com/events/351381908289780/

Wikipedia IRC Office Hour, Mi. 12.09.

Bei der Wikipedia kommt einiges in Gang. Nach der eigenen Mailingliste für alle Interessierten, die sich rund um die Themen Gendergap und Sexismus in der Wikipedia austauschen wollen, gibt es nun morgen eine Office Hour mit der Wikipedianerinnen und VertreterInnen von Wikimedia zum Thema Sexismus in der DE-Wikipedia.

>> Zur Mailingliste bitte hier entlang.

>> alle Infos zur Office Hour gibt es auf dem Blog der Wikimedia e.V.

Antifeminismus und Wikipedia – jetzt erst Recht!

Andreas Kemper berichtet in seinem Blog über eine antifeministische Kampagne, die dazu führte, dass eine Autorin aus der Wikipedia ebendiese verließ. Andreas schreibt:

  • Zu dieser Kampagne gehören externe Forenbeiträge zu ihrer Wikipedia-Arbeit. Mindestens fünf  verschiedene Maskulisten-Foren (genderama, sciencefiles, manndat, wgvdl.com, wgvdl.net) kommentierten die Arbeit von Fiona Baine und riefen dazu auf, ihr das Handwerk zu legen (“Bainewatch”).
  • Zu dieser Kampagne gehörten und gehören Spekulationen über ihren Klarnamen. Peinlicherweise wurde eine in Wien lebende Frauenforscherin mit Fiona Baine gleichgesetzt und mit Schmähungen bedacht, die eigentlich für Fiona Baine gedacht waren. Die Frauenforscherin hatte bis dahin nichts mit Wikipedia zu tun, aber sie wird sich jetzt ihren Teil zu Wikipedia denken.
  • Zu dieser Kampagne gehört ein zweisprachiger Offener Brief an Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, mit der Aufforderung, Fiona Baine aus der deutschsprachigen Wikipedia herauszuschmeißen. Bereits am 30.7. hatte die Wikipedia-Mitarbeiterin Die Sengerin in einem Beitrag im öffentlichen Wikipedia-Kurier auf die Kampagne gegen Fiona Baine aufmerksam gemacht.
  • Zu dieser Kampagne gehören permanente feige Angriffe auf ihrer Benutzerinnen-Seite. “Zieh dich aus, Kleine” mit Bildern von Ejakulationen wurden auf ihrer Seite gepostet.
  • Zu dieser Kampagne gehören auch Kommunikationsformen in Wikipedia wie “Weibchen, bei mir hast du Narrenfreiheit” von einem Sexisten, der aus den Reihen derjenigen kommt, die diese Kampagne gefahren haben (Attatroll von wgvdl.net).
  • Zu dieser Kampagne gehören Sockenpuppenvorwürfe. Sie hat sich deshalb persönlich mit einem langjährigen Wikipedia-Mitglied getroffen. Ein Check-User-Verfahren, welches normalerweise eingeleitet wird, um Sockenpuppen zu enttarnen, haben diejenigen, die ihr permanent Sockenpuppenmissbrauch unterstellten, nicht angestrebt.

Andreas bemängelt weiterhin, dass es in der Wikipedia keinerlei Strukturen gebe, AutorInnen vor solchen Hetzkampagnen zu schützen. Das erinnert an die Idee, die während der re:publica-Diskussion über den Gender-Gap in der Wikipedia aufkam, dass es eine Art “Antidiskriminierungsstelle” innerhalb der Wikipedia geben müsse. Einen Ort oder einen Menschen, an den sich Betroffene wenden können und der/die auch mit einer Kompetenz ausgestattet ist, Maßnahmen einzuleiten, um Betroffene zu schützen.
Abgesehen davon wird hier wieder einmal deutlich: Die geringe Vernetzung von Frauen in der Wikipedia. der geringe Anteil an Autorinnen macht sie leichter angreifbar. Und es wird nicht aufhören:

Im Manndat-Forum wird bereits der Sieg über Fiona Baine gefeiert. Michael Klein ruft dazu auf, nun den Druck zu erhöhen. Eine weitere Wikipedia-Autorin wird mit Klarnamennennung bedroht und damit, dass ein Anwalt gegen sie eingeschaltet wird. Außerdem solle nun zum Boykott gegen die “ideologisch durchseuchte” Wikipedia aufgerufen werden. Es ist übrigens noch immer möglich, bei Wikipedia mitzuschreiben. Es ist sehr leicht, sich anzumelden und Artikel zu gestalten. Wichtig ist, dass immer quellenbasiert gearbeitet wird.
Hier ist es möglich, sich bei Wikipedia anzumelden:  http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Spezial:Anmelden

Andreas zeigt damit, dass er sich wünscht, dass mehr Gegenmacht generiert wird. Wendet euch nicht von der Wikipedia ab – kommt, macht mit, helft. Ich denke, das Anliegen ist unterstützenswert. Ich würde daran aber zunächst einige Bedingungen knüpfen, die sich an die Verantwortlichen u.a. bei Wikimedia e.V. richten:#

  • Gebt uns Rückendeckung! - wie auch immer das konkret umgesetzt werden kann. Und sei es, indem ihr zu solchen Fällen öffentlich Stellung bezieht und Haltung annehmt. Es wird öffentlich gesagt, dass man die Gender-Gap schließen wolle – so here is your first Chance: Stellt euch hinter alle Frauen, die systematisch aus der Wikipedia ausgegrenzt werden sollen!
  • Gebt uns eine Vernetzungsstruktur - sei es ein Forum oder auch zuerst einmal nur eine Mailingliste. Es gibt bereits eine Mailingliste in der englischsprachigen Wikipedia und hier wird genau das gemacht, was wir in Deutschland dringend brauchen: Hier stärkt man sich auch ganz konkret mal den Rücken. Und hier werden gemeinsam Mittel und Wege (Stichwort Positive Action) überlegt, wie man die Gender Gap schließen kann.
  • Schafft Strukturen! - Nein: Die Wikipedia ist kein Raum ohne Strukturen – und schon gar nicht ohne massive Machtstrukturen! Nur sind diese nahezu komplett informell und unkontrollierbar gewachsen. Es muss irgendwie möglich sein, formelle und legitimierte Strukturen zu schaffen, die dem eine Gegenmacht bieten können.

Ja – Wikipedia ist freies Wissen und ja: Es basiert auf der Idee: Die Intelligenz der Vielen. Aber es gibt einen deutlichen BIAS in ihr und sie ist dadurch vielleicht nichtmal halb so intelligent, wie sie sein könnte. Wegschauen macht die Sache nicht besser. Ratlos daneben stehen macht die Sache nicht besser. JedeR, der/die Wikipedia nutzt, aktiv und passiv, kann und sollte etwas tun. Und sei es nur eine Haltung, die man dazu hat.

Erst HÜ, dann HOTT – #nfbb Café Uebereck, heute, 20:00 Uhr!

Nun also doch:

aufgrund eines zweifachen “Oh no! ich wollte doch kommen!” findet das #nfbb jetzt statt. Und zwar

um 20:00 Uhr im Café Uebereck, S Ostkreuz, Sonntagstr. Ecke Lenbachstr.

Für die Zukunft: sagt doch bitte gleich bescheid, wie immer in den Kommentaren, wenn ihr kommt. Das erspart einiges an Hü und Hott :)

Die Mitbringregel wird heute aufgrund der Kurzfristigkeit wohlwollend gehandhabt. Kommt einfach. Wir freuen uns über jedeN.

Prost!